Samstag, 10. Oktober 2026
In Kollaboration mit Toggenburg Tourismus hat Dogo über die letzten Jahre Kunstwerke entlang des Thur- und Neckerwegs realisiert. Am 10. Oktober 2026 wird der «Collective Belly» von Studio ERBA, die letzte der fünf Arbeiten, feierlich in Bütschwil eröffnet. Davor reaktiviert Anna Maria Fink ihre Arbeit in St. Peterzell mit dem Workshop «Listening to Herrgottsbeton».
Anna Maria Fink: Listening to Herrgottsbeton
Wenn stabile Objekte sich in Werdendes auflösen, wird der Fluss zu einem Fliessen, der Wald zu einem Wachsen. Annas künstlerische Arbeit ist ein Sich-in-Beziehung-Setzen mit diesem Fliessen und Wachsen.
Die kreisrunden Spuren ihrer Arbeit «Herrgottsbeton» an der Necker sind fein und behutsam – an manchen Tagen zeigen sie sich nur jenen, die in voller Achtsamkeit dort sind, an anderen Tagen verschwinden sie fast zur Gänze in der Wetterwelt. «Herrgottsbeton» fragt, welche Arten der Zuwendung und der Fürsorge uns in Beziehung bringen mit dem Ort, uns sehen und hören lassen. Können wir dem Fluss und seinen Sedimenten zuhören und durch unser Zuhören den Herrgottsbeton zum Klingen bringen? Wie verändert Zuhören das, was erklingt?
In der diesjährigen Feldarbeit am «Herrgottsbeton» laden Anna Maria Fink und Katrin Kremmel ein, um gemeinsam ein «Listening Field» zu erschaffen. Mit unseren Stimmen – durch unser Atmen, Klingen und Singen – wollen wir unsichtbare Spuren hinterlassen, die im Moment ihres Entstehens bereits wieder vergehen. Unten am Fluss üben wir uns im Hinhören und Zuhören, im Erspüren des Gehörten und im Erklingen des Gefühlten. Dort an der Necker, zwischen Nagelfluh und Beton, üben wir uns in Gleichzeitigkeit und Resonanz durch die immaterielle Kultur des Hörens und des Singens.
Studio ERBA: Collective Belly
In Bütschwil befindet sich der «kollektive Bauch» – ein Kunstwerk und natürliches Lager für Lebensmittel aus der Region, das wir gemeinsam feierlich eröffnen. Hier arbeiten Künstler*innen, Landwirt*innen, Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen zusammen an der Entwicklung ortsspezifischer Gerüche und Geschmäcker.
Inspiration für das Kunstwerk sind alte Erdkeller und Reifekammern, die im Alpenraum einst gemeinschaftlich genutzt wurden. So entstanden überlebenswichtige Praktiken zur Haltbarmachung und Veredelung von Lebensmitteln genauso wie einzigartige Aromen. Diese wurden als verkörpertes Wissen über Generationen hinweg weitergegeben.
Wenn wir heute miteinander Lebensmittel verarbeiten und verkosten, verbinden wir uns deshalb nicht nur mit der Landschaft, sondern auch mit unserer gemeinsamen Geschichte. Sie lebt in unseren Erfahrungen weiter und zeigt, dass wir alle das feine Gespür dafür entwickeln können, wann die Zeit reif ist.
Anreise und Program
12:01 Uhr:
Zug ab Bahnhof Lichtensteig nach Bahnhof Brunnadern-Neckertal, weiter mit dem Bus nach St. Peterzell, Bächlistrasse (Ankunft 12:18), danach Spaziergang zur Arbeit
→ SBB: Verbindung
13:00 – 16:00 Uhr:
Workshop «Listening to Herrgottsbeton», Anna Maria Fink
→ Standort: Google Maps
16:36 Uhr:
Bus ab St. Peterzell, Bächlistrasse nach Bütschwil (Ankunft beim Bahnhof 17:15)
→ SBB: Verbindung
17:30 – ca.19:00 Uhr:
Eröffnung mit Apéro, Studio ERBA «Collective Belly»
→ Standort: Google Maps