Herrgottsbeton

Anna Maria Fink

Am Ufer des Necker, nahe der Brücke beim Grillplatz Rüteli in St. Peterzell, führt ein Pfad abseits des befestigten Weges zu einem grossen Findling aus Nagelfluh. «Herrgottsbeton» macht die Bewegungen von Landschaft, Körper und Zeit erfahrbar. Kreisrunde Markierungen auf Stein und Beton begleiten den Weg und eröffnen Raum für neue Wahrnehmungen dessen, was den Ort prägt und verbindet.

Anna Maria Fink (geb. 1987, AT) lebt als Landschaftsarchitektin, Künstlerin und Forscherin im Bregenzerwald. Im Zentrum ihrer Praxis steht das Arbeiten mit dem, was bereits vorhanden ist – mit Orten, Situationen, Materialien, Atmosphären.
Anna gestaltet Installationen, künstlerische Interventionen, und auch Gärten, die regionale materielle Kulturen sichtbar machen und Verbindungen zur Landschaft stärken.
Für den Thur- und Neckerweg hat Anna Fink die Arbeit «Herrgottsbeton» geschaffen.
Ein Pfad, der von der Künstlerin mit kreisförmigen Markierungen bestückt wird, führt die Besuchenden entlang von Sandstein, Nagelfluh und Beton zu einem Findling und lenkt die Aufmerksamkeit so auf die jahrtausendealte, sich stetig verändernde Gesteinslandschaft.

Herrgottsbeton

Sie befinden sich am Anfang eines 400 Meter langen Pfades, dessen Geschichte nicht genau bekannt ist. Vermutlich diente er einst der Forstwirtschaft und der Gewinnung von Kies und Bruchsteinen. Heute führt er abseits des befestigten Weges, folgt dem Necker und endet bei einem grossen Findling aus Nagelfluh im Flussbett.

Nagelfluh ist ein Konglomeratgestein, das – ähnlich wie Beton – aus verschiedenen Sedimenten besteht und umgangssprachlich «Herrgottsbeton» genannt wird. Der Werktitel deutet das Menschliche im Mehr-als-Menschlichen an.

Entlang des Pfades hat die Künstlerin Zeichen in Sandstein, Nagelfluh und Beton geschaffen. Jedes Jahr kehrt sie zurück, um den Pfad zu pflegen und die Zeichnungen zu erneuern. Sie weisen auf besondere Stellen hin und lenken die Aufmerksamkeit auf Bewegungen von Hand, Maschine, Wasser und Berg.

Das Gehen auf dem Pfad öffnet Raum für Gedanken über die stetige Veränderung der Landschaft – durch geologische Prozesse und menschliches Wirken, die alle Teil derselben Natur sind.

Ziehen Sie hier Ihre Schuhe aus und gehen Sie langsam. Hören Sie hin. Wenn Sie beim grossen Findling angekommen sind, klatschen Sie dreimal in die Hände. Lassen Sie sich vom Wasser und Ihrem Atem zurücktragen.

Dogo Residenz für Neue Kunst | Kuration: Johannes Reisigl | Ausführung: Enzo Valerio, Dzastins Zavadskis, Christofer Carlo Piderit, Stefano Carrino

Unterstützt von: Gemeinde Neckertal

Spezieller Dank: an Sandro Lussmann

Instagram Künstler:innen: @landscapeashouse | @enzo.valerio